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Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags

syn Vorhersage

Synoptische Uebersicht - Mittelfrist

T ausgegeben am Donnerstag, den 03.04.2025 um 10.30 UTC
Anhaltend ruhiger Hochdruckeinfluss. Nachts wieder Nachtfrost.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 10.04.2025 In der Großwetterlage (GWL) dominiert Hochdruckeinfluss. Bis zum Ende der Mittelfrist beläuft sich der Spread im Ensemble für die GWL nur zwischen HNa, NEa, NWa, Na und HB. Viel Niederschlag oder Abwechslung im Wettergeschehen werden wir wohl in der kommenden Woche nicht haben.
Zu Beginn der Mittelfrist am Sonntag erstreckt sich von Südwesteuropa über Westeuropa bis zum europäischen Nordmeer eine meridional orientierte Antizyklone. Über Osteuropa indes tropft ein Langwellentrog, ausgehend von der Barentssee/Karasee über der Slowakei, Ungarn und Rumänien ab. Zwischen diesen beiden Gebilden stellt sich über Mitteleuropa eine straffe Nordanströmung ein, bei der recht kalte und trockene Luftmassen heran advehiert werden. Im Südwesten kann der Nord/Nordostwind wieder die Biese entfachen, vor allem im Schwarzwald können in exponierten Lagen auch stürmische Böen auftreten. Abends und nachts lässt die Biese nach. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen -3 Grad im Westen und -10 Grad im Osten.
 Am Tage erwärmt es sich trotz längeren Sonnenschein oft nur auf Höchstwerte zwischen 17 Grad im Südwesten und nur noch 7 Grad im Nordosten.
  In der Nacht zu Montag kann es bei teils klaren Verhältnissen verbreitet zu leichten bis mäßigen Frost kommen. Niederschlag wird nicht erwartet.
 
 Am Montag
greift an der Nordostflanke der Antizyklone ein schwacher Randtrog über die Ostsee auf Ostdeutschland über. Große Hebungsprozesse sind nicht im Gang. Starke Bewölkung zieht auf und verlagert sich in die Nacht zu Dienstag in die Mitte und Südosten. Dabei gelangt etwas weniger kalte Luft zu uns, in 850 hPa liegen die Temperaturen "nur" noch zwischen -1 und -5 Grad. Im Westen/Südwesten bleibt es meist sonnig und trocken. In der Osthälfte kann mit Passage des dazugehörigen Tiefausläufers zu geringfügigen Niederschlägen kommen. In höheren Lagen gibt es auch etwas Schnee. Die Summen belaufen sich aber auf meist 1-5 cm, die bei den positiven Erdbodentemperaturen sicher rasch wegschmelzen dürften. Dennoch zeitweise könnte es etwas glatt werden. In den Nachtstunden zum Dienstag, könnte sich im Bayrischen Wald und in den Alpen etwas mehr Schnee akkumulieren.
 
 Am Dienstag
zieht der Randtrog südostwärts ab, anfangs kann es dabei in der Südosthälfte noch stärker bewölkt sein und es kommt zu geringfügigen Niederschlägen, die im Tagesverlauf nachlassen. Sonst stabilisiert sich der Hochdruckeinfluss wieder und verbreitet scheint die Sonne und es bleibt trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 12 und 18 Grad, nachts kühlt es vor allem in der Osthälfte nochmal bis in den leichten Frostbereich ab. Im Nordwesten bleibt es mit um +3 Grad zumeist frostfrei. Da die Nord/Nordostanströmung bestehen bleibt es um Südwesten windig (Biese).
 
 Am Mittwoch
greift ein neuer Randtrog mit zugehörigen Frontalzone an der Nordostflanke des Hochs auf Ostdeutschland über. Der Einfluss über Deutschland beschränkt sich auf starke Bewölkung und dem Auffrischen des Windes an der Ostseeküste. Im Laufe des Tages verlagert sich der Tiefausläufer langsam südwärts. In den Mittelgebirgen kann es leichten Regen geben, in den höchsten Lagen vielleicht auch nochmal etwas Schnee. Nachfolgend gelangt erwärmte Meeresluft, die um das Hoch herum zirkuliert, nach Deutschland.
  In der Nacht zu Donnerstag liegen im Norden die 850 hPa Temperaturen um +5 Grad.
 
 Am Donnerstag
gelangt an der Ostflanke des Hochs die erwärmte Meeresluft bis nach Süddeutschland. Die Luftmasse bleibt stabil geschichtet und weitgehend niederschlagsfrei. Im Norden und vor allem im Osten ist es teils stärker bewölkt. Im Südwesten bleibt es oftmals sonnig. Nachts kann sich aber in der etwas feuchteren Grundschicht Dunst und Nebel bilden. Nachfrost sollte nur noch auf den höchsten Gipfeln auftreten. In der erweiterten Mittelfrist verlagert sich die Antizyklone nach Mitteleuropa, so dass die Anströmung auf Süd bis Südwest dreht. An den Alpen kann sich eine Föhnlage einstellen, aber es werden vor allem mildere Luftmassen bis + 10 Grad in den Süden transportiert. Ab Sonntag soll sich vom Atlantik her ein Langwellentrog bis nach Westeuropa annähern und das Wetter dort etwas unbeständiger gestalten.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Dienstag ist die Vorhersage der IFS Läufe sehr ähnlich. Ab Mittwoch verlagert sich der Hochschwerpunkt von Groß-Britannien zur nördlichen Nordsee, wobei ein Randtrog mit zugehöriger Frontalzone an der Ostflanke des Hochs auf Ostdeutschland übergreifen kann. In den Vorläufen lag der Schwerpunkt des Hochs etwas weiter südwestlicher. Der überwiegend antizyklonale Einfluss bleibt zwar bestehen, jedoch ändert sich die Anströmrichtung und damit auch die Temperaturen. Im neuen IFS Lauf ist es ab Donnerstag nächster Woche etwas milder als in den Vorläufen.

Vergleich mit anderen globalen Modellen
Im Gro simulieren die betrachteten Globalmodelle ein ähnliches Szenario. Es gibt aber Unterschiede in der genauen Position der Hochdruckzelle und des Langwellentrogs über Osteuropa. Wirklich signifikantes Wetter hat aber kein Globalmodell im petto. Verbreiteter Nachfrost ab Sonntag ist aber recht sicher und wird nur erwähnt, da anfang April bereits einiges an zarten Knospen erfrieren könnte.

Bewertung der Ensemblevorhersagen
Plumes: In den Plumes des ECMWFs gibt es bis einschließlich Samstag einen recht engen und milden Spread, den Temperatursturz am Sonntag wird einheitlich von dem Ensemble prognostiziert. Nachfolgend wird es Tag für Tag langsam wieder etwas milder, auch dies simulieren die Ensemblemember einheitlich, aber mit einem deutlich größeren Spread. Niederschlag wird im Südwesten kaum und in der Osthälfte nur in geringem Maße simuliert. Ein ähnliches Bild ist auch im Ensemble des GFS zu erkennen. In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt im Zeitbereich 120 bis 168 Stunden 4 verschiedene Cluster. Der Operationelle und der Kontrolllauf sind mit Insgesamt 21 Membern in Cluster 1. Generell zeigen alle Cluster das Blocking. Jedoch ist der Hochschwerpunkt jeweils leicht verschoben. Erst in der erweiterten Mittelfrist deutet sich ein Wechsel der Großwetterlage an.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Wind:
 
 Am Montag
setzt es im Südwesten Biese ein, im Hochschwarzwald kann es zu stürmischen Böen oder Sturmböen kommen. Frost: In den Nächten muss in der teils klaren Kaltluft verbreitet mit leichten bis mäßigen Frost gerechnet werden.
Schnee:
 

 
 Am Montag
und Dienstag kann es in höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge und an den Alpen etwas schneien. Meist werden nur 1 bis 5 cm Neuschnee erwartet, in den Alpen sind lokal 10 cm nicht auszuschließen. Basis für Mittelfristvorhersage IFS, MOSMIX, EPS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher

Datenbasis : Deutscher Wetterdienst - Text ungekuerzt

Übersicht - Mittelfrist

Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den  Zeitraum 3. bis 7. Folgetag.
Erläuterungen zum Aufbau des Berichtes sowie die Bedeutung der speziellen Begriffe und Abkürzungen finden Sie hier 
 
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