Wetter für Nordfriesland

Synoptische Übersicht - Kurzfrist

Die Synoptische Übersicht - Kurzfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum Heute bis Übermorgen.
Erläuterungen zum Aufbau des Berichtes sowie die Bedeutung der speziellen Begriffe und Abkürzungen finden Sie hier    
        Aufbau und Erklärungen

Synoptische Übersicht - Mittelfrist

Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den  Zeitraum 3. bis 7. Folgetag.


    Übersicht Mittelfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist - täglich 08 und 18 Uhr UTC

syn Vorhersage

Synoptische Uebersicht - Kurzfrist


ausgegeben am Dienstag, den 26.03.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen

NW a Übergang zu BMKeine markanten Wettererscheinungen.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC


 Dienstag... liegt eine umfangreiche hochreichende Antizyklone knapp südwestlich Irlands um die herum die Frontalzone über dem Nordatlantik nach Norden verschoben ist, um dann über Skandinavien nach Süden umzubiegen. Deutschland liegt zwischen diesem blockierenden Hoch und dem Tiefkomplex über dem Baltikum in einer nordnordwestlichen Strömung. Während diese durch einen flachen Keil desIrlandhochs im Westen des Landes leicht antizyklonal konturiert ist, bleibt sie im Nordosten glatt bis leicht zyklonal geprägt, was auch zurückzuführen ist auf einen Randtrog, der von der Ostsee nach Weißrussland schwenkt. Dabei wird um den Keil herum in der ersten Tageshälfte ein Warmluftadvektionsmaximum in die Nordhälfte gesteuert, das führt zu häufig starker Bewölkung und löst in der feuchten, subpolaren Meereskaltluft leichten Regen oder Sprühregen aus. An den Alpen klingen die schwachen Schneefälle bis zum Mittag ab und bringen nur noch wenig Neuschnee. Längere Auflockerungen werden sich Skandinavienföhnbegünstigt am ehesten an derOstsee sowie am Oberrhein nahe dem Hochkeil einstellen. Das Temperaturniveau bleibt mit 6 bis 11 Grad leicht unterkühlt. Mit Passage eines Bodentroges hat der Gradient im Nordosten zugenommen und es treten aktuell an der Ostsee und etwas bis ins Binnenland hinein steife Böen um 50 km/h auf, unmittelbar an der Ostsee auch stürmische Böen. Die starken Böen breiten sich noch etwas nach Südwesten aus. Grob gesprochen sind dann neben den Küsten, die Gebiete östlich der Elbe sowie der Nordrand des Harzes und Teile Niedersachsens betroffen.
  In der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Randtrog rasch weiter zur Ukraine, womit der Gradient schon zum Abend hin auch im Nordosten rasch aufweicht. Aus der Frontalzone über dem Nordmeer löst sich ein weiterer, flacher Kurzwellentrog (300 hPa) ab, der den Hochkeil umläuft und nach Südnorwegen schwenkt. Im Bodenfeld greift unterdessen das Frontensystem eines Nordmeertiefs auf Skandinavien über, wobei die Warmfront auf den Norden übergreift. Im Vorfeld verstärkt sich aufgrund der WLA der Hebungsantrieb etwas, wodurch sich die Niederschläge über Norddeutschland etwas intensivieren und auf die Osthälfte ausweiten. Mehr als 1 bis 5 l/qm (Westerzgebirge bis 10 l/qm) werden aber nicht erreicht. Die 850 hPa Temperaturen steigen vor allem im Norden langsam an (an der Nordsee schon um 0 Grad). Im Mittelgebirgsraum dürfte die Schneefallgrenze bei etwa 500 bis 700 m verharren, was aber auch bedeutet, dass höchstens die Kamm und Gipfellagen einiger Mittelgebirge Schneefall zu sehen bekommen, ganz zu schweigen davon, dass etwas liegen bleibt. Bei häufig starker, teils mehrschichtiger Bewölkung gibt es nur im Südwesten, Richtung Oder und Neiße sowie am Alpenrand größere Wolkenlücken. Dort kann es ebenso wie noch in den Hochlagen der Mittelgebirge leichten Frost und gebietsweise Glätte durch Überfrieren oder im höheren Bergland etwas Neuschnee geben. Sonst liegen die Tiefstwerte zwischen 6 und 1 Grad.

 Mittwoch... kann sich der westeuropäische Keil etwas kräftigen, er wird aber weiter von flachen Kurzwellentrögen umlaufen, die dann von Nord nach Süd über das Vorhersagegebiet hinwegschwenken. Ein solcher taucht mittags über Dänemark auf und macht dann nachmittags Boden nach Norddeutschland hinein gut. Dieser istam Boden an die nachfolgende Kaltfront gekoppelt. Damit einhergehend schließt sich der Warmsektor über Norddeutschland rasch, da die Warmfront über dem zentralen Mittelgebirgsraum nur noch sehr zögernd weiter nach Süden vorankommt. Insofern treten bevorzugt über der Norddeutschen Tiefebene leichte Regenfälle mit 1 bis 6 l/qm binnen 12 Stunden auf, die an den Nordrändern der Mittelgebirge auch mal etwas überschritten werden können. Es bleibt aber dabei, dass warnrelevante Schwellen weit entfernt sind. In der von Nordwesten herangeführten feuchtkühlen Luftmasse sind AuflockerungenMangelware.
 Am ehesten sind diese noch im Südwesten zu finden, sonst lässt starke Bewölkung kaum Platz für Einstrahlung. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Temperaturen mehr oder weniger auf der Stelle treten, denn rein advektiv sind bei Anströmung aus Nordwest und damit über die Nordsee zu dieser Jahreszeit kaum mehr als 7 bis 12 Grad drin. Der Wind frischt in Küstennähe etwas auf, eventuell warnwürdige 7er Böen bleibenaber exponierten Küstenabschnitten vorbehalten.
  In der Nacht zu Donnerstag ändert sich an der antizyklonal geprägten Nordwestlage wenig. Während der Bodenhochkeil stabil bleibt, wird er in 300 hPa von einem weiteren schwachen Randtrog überlaufen.
 Am ehesten die Gebiete westlich des Rheins und der Alpenrand profitieren von einigen Auflockerungen. Inweiten Teilen des Landes bleibt es unter den zögernd nach Süden vorankommenden Tiefausläufern trüb mit leichtem Regen oder Nieselregen bei 7 bis 2 Grad in der Früh. Die Tiefausläufer lösen sich in dem antizyklonalen Umfeld aber mehr und mehr auf. Im Süden und Südwesten besteht durch die Auflockerungen leichte Frostgefahr. Auch Nebel ist dort nicht ausgeschlossen Diese Grenzschichtproblematik ist aber letztlich im Nowcasting zu erörtern.

 Donnerstag... weitet sich der Höhenkeil des nach wie vor stationären Hochs mit Zentrum südlich von Irland zur Ostsee aus. Dies ermöglicht kräftige Warmluftadvektion am Südrand der stark ausgeprägten Frontalzone, die sich zonal von der Labradorsee bis nach Skandinavien erstreckt. Dadurch dreht die Strömung an der Südflanke des Keils auf Nordost und Deutschland gelangt mit zunehmender NVA unter Absinken, wodurch der Druck auch am Boden wieder etwas steigt. In 300 hPa sind noch Relikte eines flachen Randtroges zu erkennen, der im Tagesverlauf nach Frankreich abzieht. Somit bestehtdie berechtigte Hoffnung, dass mithilfe des Tagesgangs die Auflockerungen zum Nachmittag häufiger werden, bevorzugt allerdings weiter im Südwesten. Leichter Regen (1 bis 3 l/qm) fällt zunächst gebietsweise im Süden und Osten, lässt dann aber nach und beschränkt sich nachmittags noch auf einige Staulagen am Nordrand des Erzgebirges. Durch den Abriss der Zufuhr feuchtkühler Nordseeluft, altert die Luftmasse langsam und mit Höchstwerten von 9 bis 14 Graderwärmt sie sich auch etwas.
  In der Nacht zum Freitag liegen wir genau unter der Hochdruckzone, deren Absinken die Wolken nun doch häufiger auflockern lässt. Vor allem im Süden und Südosten sowie teilweise im Norden kann es auch gering bewölkt sein. Dann kann sich Nebel bilden und es besteht zumindest Bodenfrostgefahr. Die Luft kühlt ab auf Werte zwischen 5 und 0 Grad. Der Wind spielt kaum eine Rolle, lediglich in Hochlagen des Südwestens, sprich: im Hochschwarzwald kann es starke, bis exponiert stürmische Böen aus östlicher Richtung geben.

Modellvergleich und einschätzung
Die Entwicklung ist weitgehend unstrittig.

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach  Dipl. Met. Bernd Zeuschner

Datenbasis : Deutscher Wetterdienst - Text ungekuerzt