Wetter für Nordfriesland

Synoptische Übersicht - Mittelfrist

Die Synoptische Übersicht - Mittelfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den  Zeitraum 3. bis 7. Folgetag.
Erläuterungen zum Aufbau des Berichtes sowie die Bedeutung der speziellen Begriffe und Abkürzungen finden Sie hier

    mehr Informationen

Synoptische Übersicht - Kurzfrist

Die Synoptische Übersicht - Kurzfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum
Heute bis Übermorgen.


     Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Mittelfrist - täglich mittags

syn Vorhersage

Synoptische Uebersicht - Mittelfrist

ausgegeben am Dienstag, den 26.03.2019 um 10.30 UTC
Zunächst freundlich und mild, Sonntag bewölkt, gebietsweise etwas Regen. Montag Wetterberuhigung, ab Dienstag aber erneut meist wechselhafter.

Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 02.04.2019
 
 Am Freitag
liegt Deutschland im Bereich eines Hochdruckgebietes mit Schwerpunkt über West- und Mitteleuropa. Dabei herrscht weitgehend störungsfreies, häufig freundliches und sehr mildes Wetter. Im Laufe des Samstages nähert sich ein Trog vom Europäischen Nordmeer her, das korrespondierende Frontensystem eines Tiefs nördlich der Lofoten greift mit dichterer Bewölkung und gelegentlich etwas Regen am Samstagabend bzw. in der Nacht zum Sonntag auf den Norden Deutschlands über und verlagert sich dann südwärts.
 
 Am Sonntag
erreicht die Kaltfront recht rasch die südlichen Landesteile, auf der Rückseite fließt von Norden deutlich kühlere Luft (850 hPa Temperaturrückgang von +2 bis +5 Grad am Samstag auf +1 bis -5 Grad am Sonntag). Nach Süden hin fällt Regen, der nachmittags auch die Alpen erreicht, auf den Alpengipfeln fällt Schnee.
 Von Südskandinavien über die Ostsee schwenkt im Tagesverlauf ein Bodentrog durch und auch in der Höhe sind die Trogachse und die Höhenkaltluft zunächst noch nicht ostwärts abgezogen, so dass zumindest über der See und im Küstenumfeld vorübergehend Schauer auftreten. Nachfolgend wölbt sich über der Nordsee ein Höhenkeil auf, in der Nacht zum Montag hat sich ein Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über der südlichen Nordsee etabliert. Die im Süden lagernde Kaltfront kommt mehr und mehr unter höheren Druck, kann aber zumindest anfangs neben Bewölkung auch noch etwas Regen, im Bergland teils Schnee bringen. Im Norden und der Mitte ist es häufig gering bewölkt, so dass es gebietsweise wieder Frost geben kann.
 
 Am Montag
liegen über dem Alpenraum Reste der Luftmassengrenze und sorgen dort für Bewölkung, zeitweise kann es auch noch leichte Niederschläge geben. Sonst dominiert hoher Luftdruck und damit störungsfreies und meist freundliches Wetter bei etwas tieferen, aber dennoch eher milden Tageshöchstwerten. Im Tagesverlauf verlagert sich der Hochschwerpunkt zunehmend ostwärts Richtung Ostsee und unter Abschwächung in der Nacht zum Dienstag weiter Richtung Baltikum und Russland.
 
 Am Dienstag
nähert sich dann von Westen ein recht markanter Trog mit einer korrespondierenden, sich vom Nordpolarmeer bis nach Südfrankreich erstreckenden Tiefdruckzone. Dabei scheint klar, dass von Westen wieder zunehmend wechselhaftes Wetter mit zeitweiligem Regen auf Deutschland übergreift, Genaueres (ob z.B. der Osten davon weitgehend unbehelligt bleibt) lässt sich aufgrund der recht mäßigen Konsistenz der vorliegenden EZMW-Modellläufe nicht sagen. In der erweiterten Mittelfrist bis Freitag deutet sich zumindest im aktuellen EZMW-Modelllauf für den Süden eine Fortdauer des wechselhaften und dann teils auch regnerischen Wetter an. Dort befindet man sich im Einflussbereich des nach Süden abgetropften Höhentiefs über dem westlichen Mittelmeer. Die nördlichen Landesteile können dagegen eventuell allmählich vom Hoch mit Schwerpunkt über der Ostsee und dem Baltikum und der sich davon ausgehend ausbildenden Hochdruckbrücke zum Hoch über dem Atlantik profitieren.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden EZMW-Modelläufe kann bis einschließlich Samstag als sehr gut bezeichnet werden. Es zeigen sich zwar im Verlauf des Samstages erste Timingunterschiede, die neueren Modellläufe sind etwas flotter aufgestellt, allerdings sind dabei in unserem Vorhersagegebiet noch kaum prognoserelevanten Unterschiede zu erkennen. Mal abgesehen davon, dass bereits in den Abendstunden zunehmende Bewölkung von Norden auf Deutschland übergreift. Nachfolgend nehmen die Differenzen zu. Die neueren Modelläufe zeigen für den Sonntag eine schnellere Frontpassage von Nord nach Süd im Bereich eines markanteren Troges als im gestrigen 00 UTC
-Lauf sowie einen kräftigeren, nachfolgenden Druckanstieg. Demnach liegen dann weite Teile am Montag bereits wieder unter Hochdruckeinfluss, lediglich an den Alpen sind noch Reste der frontalen Bewölkung und vielleicht leichte Niederschläge anzutreffen.
 
 Am Dienstag
wird dann der nächste Trog auf Deutschland übergreifen. Dabei und auch in der erweiterten Mittelfrist nehmen die Differenzen weiter zu: Während der gestrige 00 UTC
-Lauf des EZMW einen sehr breiten und mit Höhenkaltluft angefüllten Trog ab Dienstag auf Deutschland übergreifen lässt, ist in den aktuelleren Läufen eine Tendenz zu einem deutlich markanteren, weit südwärts ausgreifenden und im weiteren Verlauf Richtung Iberische Halbinsel/westl. Mittelmeer abtropfenden Troges zu erkennen. Deutschland verbleibt zunächst auf dessen Vorderseite und wird von der Höhenkaltluft zunächst nur gestreift. In der erweiterten Mittelfrist etabliert sich dann das abgetropfte Höhentief über dem westlichen Mittelmeer mit korrespondierendem Bodentief im Bereich der Alpen. Fazit: Bis einschließlich Samstag weitgehend sichere Prognose mit störungsfreiem und häufig freundlichem Wetter.
 
 Am Sonntag
bei Frontpassage wechselhaft und nachfolgend Druckanstieg mit deutlichen Timingunterschieden. Montag weitgehend sicherer Zwischenhocheinfluss. Ab Dienstag wechselhaft, teils windig - Details auch bzgl. Temperaturniveau noch sehr unsicher.

Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Samstag zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Vorhersagen des EZMW und der aktuellen Modellläufe von ICON und GFS.
 Am Sonntag zeigen sich bzgl. des Frontdurchgangs erste Abweichungen insbesondere zwischen EZMW und GFS, das den Trog und die entsprechende Kaltfront etwas kräftiger simuliert und auch die Kaltluft von Norden kommt bei GFS weiter südwärts voran.
 
 Am Montag
zeigen sich zwischen den vorliegenden Modellen keine signifikanten Unterschiede - es wird allgemein mit Zwischenhocheinfluss gerechnet. Im weiteren Verlauf stützt dann GFS die EZMW-Version in dem Sinne, dass es ebenfalls einen weit südwärts ausgreifenden Trog simuliert, der im weiteren Verlauf abtropft. Freilich gibt es Unterschiede in Position und Timing: während EZMW den Abtropfvorgang ins westliche Mittelmeer verlegt, sieht GFS das abgetropfte Höhentief mehr oder weniger direkt über Deutschland. Wechselhaftes Wetter beträfe nach Lesart des GFS demnach ganz Deutschland. Fazit: Insbesondere ab Dienstag bestehen noch große Unsicherheiten.

Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des EZMW zeigen für den ersten Vorhersagezeitraum für Freitag und Samstag (+72 bis +96 h) 3 Cluster, wobei sich für Deutschland keine prognoserelevanten Unterschiede erkennen lassen. Im Folgezeitraum von Sonntag bis Dienstag (+120 bis +168 h) sind ebenfalls 3 relativ gleich verteilte Cluster (20,17 bzw. 14 Member) zu finden. Hier beginnen die relevanten Unterschiede zum Dienstag, die sich auf die Behandlung des von Westen heranrückenden Troges beziehen. Diese unterschiedliche Behandlung des westeuropäischen Troges setzt sich im Folgezeitraum fort. Auch hier werden 3 Cluster (21, 19 bzw. 11 Member, Haupt- und Kontrolllauf im stärksten Cluster 1) angeboten. Der Abtropfvorgang wird unterschiedlich simuliert, Cluster 3 mit 11 Membern erinnert dabei relativ stark an die GFS-Vorhersage. Die deutlichen Unsicherheiten ab Dienstag spiegeln sich auch in der Rauchfahne von Offenbach wieder. Während bis einschließlich Samstag die Geopotenzial-Kurven 500 hPa recht eng gebündelt sind, nimmt der Spread zum Sonntag etwas und am Dienstag nochmal deutlich zu. Fazit: Freitag und Samstag störungsfrei. Zum Sonntag relativ sicher ein wechselhaftes Intermezzo mit Frontdurchgang und etwas niedrigeren Temperaturen. Montag Zwischenhocheinfluss. Ab Dienstag wieder wechselhaft, genaue Ausprägung noch unsicher.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Keine EFI-Signale und daher keine markanten Wettergefahren erwartet, lediglich am Samstag und eventuell Sonntag geringe Wahrscheinlichkeit (EZMW-EPS) für stürmische Böen an exponierten Küstenabschnitten Basis für Mittelfristvorhersage EZMW-EPS, EZMW, EZ-MOS

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger

Datenbasis : Deutscher Wetterdienst - Text ungekuerzt