Wetter für Nordfriesland

Klimaberichte

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung September 2018

Zu warm, zu trocken und verbreitet mit einem Plus an Sonnenstunden, so zeigte sich der erste Herbstmonat an den deutschen Küsten. In den ersten beiden Monatsdekaden, in denen Deutschland häufig im Zustrom warmer Luftmassen lag, war es spätsommerlich warm. Die Temperaturen stiegen tagsüber meist auf Werte über 18 °C an, wobei auch noch einige Sommertage (Maximum der Lufttemperatur von 25 °C und mehr) auftraten. Wärmster Tag war der 18. September, als der ehemalige Hurrikan ex-HELENE auf seiner Vorderseite heiße Luft bis nach Norddeutschland transportierte. Selbst im Küstenraum wurde dabei vereinzelt die 30-Grad-Marke überschritten. Besonders kühl war es dagegen nach dem Durchzug einer Kaltfront am 12. September mit Tageshöchsttemperaturen von nur 15 bis 18 °C. Mit den ersten Herbststürmen in der letzten Monatsdekade änderte sich der zumeist warme und ruhige Witterungscharakter merklich. Der erste Herbststurm ELENA zog am 21. September von den Britischen Inseln zur zentralen Westküste Skandinaviens und löste dabei an den deutschen Küsten Sturmböen (bis 11 Bft) und Schauer aus. Auf der Rückseite des Sturmtiefs wurden kalte Luftmassen aus nördlichen Breiten herangeführt. Am 23. September folgte Sturmtief FABIENNE, welches sich aber von Frankreich kommend über die Mitte Deutschlands nach Osteuropa verlagerte und den Küstenbereich unberührt ließ. Anschließend stellte sich auf der Vorderseite eines kräftigen Hochs im Bereich der Britischen Inseln eine lebhafte nordwestliche bis nördliche Strömung ein. Vom 25. an weitete sich das Hoch über weite Teile Europas aus. Der Küstenraum lag ab dem 22. September überwiegend im Bereich kühler Luftmassen, was sich auch in den Tageshöchsttemperaturen äußerte. Mit Ausnahme des 27. Septembers stiegen sie meist nur noch auf Werte von 13 bis 18 °C und in Bodennähe trat vereinzelt leichter Frost auf.

[Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Die Monatsmitteltemperaturen lagen weitgehend zwischen 15 und 16,5 °C und somit um 1 bis 2 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Während der ersten beiden Monatsdekaden wurden am 3./4. und am 18./19. noch ein paar Sommertage (Maximum der Lufttemperatur von 25 °C und mehr) verzeichnet, womit die vieljährigen Mittelwerte meist überschritten wurden. In Bremerhaven kletterte die Temperatur am 18. September sogar auf knapp über 30 °C an, womit ein „heißer Tag“ registriert wurde, was sehr ungewöhnlich für diesen Monat ist. Ab dem 22. September stiegen die Lufttemperaturen am Tage meist nicht über 18 °C. In den Nächten sanken sie vielfach in den einstelligen Bereich, wobei in Bodennähe vereinzelt schon der erste Frost auftrat.

Die Monatsniederschläge bewegten sich zwischen 30 mm an der niedersächsischen und 80 mm an der schleswig-holsteinischen Küste. Damit lag das Niederschlagsaufkommen unter dem Durchschnitt. Die höchsten Niederschlagsdefizite gab es an der ostfriesischen Küste, wo gebietsweise weniger als die Hälfte des üblichen Niederschlags fiel. Andernorts wurden die Durchschnittswerte fast erreicht. Die ergiebigsten Niederschläge mit teils mehr als 10 mm pro Tag brachten Tiefausläufer am 6./7. September sowie das Sturmtief ELENA.

Mit 135 bis 180 Sonnenstunden wurden die Sollwerte verbreitet um bis zu 30 % überschritten. Im Norden der nordfriesischen Küste gab es aber auch um 10 % weniger Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel.

Stürmischer Wind wehte vor allem im letzten Monatsdrittel. Im Bereich der Sturmtiefs ELENA und am Rande des Hochs über den Britischen Inseln wurden Böen bis 11 Bft ausgelöst. Am 26. September sorgte dann ein Frontdurchgang für Böen von 8 bis 9 Bft.

Copyright: © Deutscher Wetterdienst
auszugsweise Abschrift - Text nicht verändert - Aktualisierung jeweils ab 05. d. Folgemonats