Wetter für Nordfriesland

Klimaberichte

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung März 2018

Der März fiel, wie schon der Februar, an den deutschen Küsten zu kalt aus. Während es an der Nordsee weiterhin zu trocken blieb, lag das Niederschlagsaufkommen an der Ostsee verbreitet über dem Durchschnitt. In der ersten Monatsdekade wurden nach anhaltendem Hochdruckeinfluss wieder vermehrt atlantische Tiefdruckgebiete wetterwirksam. Sie führten mildere Luftmassen heran, die die arktische Kaltluft über Norddeutschland verdrängten. Damit setzte nach einem eisigen Monatsbeginn mit Dauerfrost von Südwesten her langsam Milderung ein. Mit Tiefausläufern verbundene Niederschläge, die auf den noch gefrorenen Boden fielen, führten dabei im Norden Deutschlands vor allem am 5. März zu Glätte. Ein Hauch von Frühling war dann zu Beginn der zweiten Monatsdekade zu spüren. Als am 11./12. subtropische Luftmassen bis in den Küstenbereich gelangten, stiegen die Temperaturen am Tage auf Werte bis um 15 °C. Ab der Monatsmitte setzte sich über Skandinavien wieder hoher Luftdruck durch. Die damit verbundene Zufuhr kalter arktischer Luftmassen aus Osten brachte eine erneute Abkühlung mit sich. Gebietsweise gab es nochmals Dauerfrost. Zudem war es sehr stürmisch. Mit Verlagerung des Skandinavienhochs Richtung Ostatlantik bzw. Biskaya wurden in der dritten Monatsdekade erneut Tiefausläufer wetterbestimmend. Nennenswert sind hier die Schneefälle ab dem 31. März in Mecklenburg-Vorpommern, die mit gebietsweise über 30 cm Neuschnee am Osterwochenende für Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle sorgten.

[Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Die Monatsmitteltemperaturen lagen im März zwischen 1 und 3 °C. Somit war es um 1 bis 2 K kälter als im Mittel der Jahre 1961-1990. Der Monat begann mit Dauerfrost. Vom 1. bis 3. März erreichten die Temperaturen am Tage vielfach nur Werte zwischen -3 und -1 °C. In den Nächten herrschte mäßiger Luftfrost bis knapp -10 °C. Eine weitere kalte Phase gab es vom 16. bis 18. März, als die Tageshöchsttemperaturen maximal 2 °C erreichten und in den Nächten bis auf -6 °C sanken. Am 17. trat örtlich auch nochmals Dauerfrost auf. Bei Zufuhr milderer Luftmassen kletterten die Temperaturen an einigen Märztagen (z.B. 5./6., 10.-12., 24., 27.) in den zweistelligen Bereich. Am wärmsten war es am 11. März mit Tageshöchsttemperaturen bis rund 15 °C. Der insgesamt kalte Witterungscharakter des März zeigte sich in der überdurchschnittlichen Anzahl an Frosttagen (Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C) und Eistagen (Maximum der Lufttemperatur unter 0 °C). Mit 8 bis 19 Frosttagen lag deren Anzahl um bis zu 10 über dem Durchschnitt und mit 2 bis 4 Eistagen gab es bis zu 3 mehr als üblich.

Mit Monatsniederschlägen von 30 bis 45 mm war es weitgehend zu trocken, wobei Niederschlagsdefizite bis 30 % auftraten. Besonders ergiebig waren die Niederschläge am 28. März, an dem vielfach zwischen 10 und 20 mm niederging. Zum Teil fielen diese Niederschläge als Schnee und es bildete sich in einigen Regionen eine geschlossene Schneedecke von mehreren Zentimetern Höhe. Milde Luftmassen sorgten aber bereits im Laufe des 29. für ein schnelles Abtauen des Schnees. Auch am 17. trat örtlich eine Schneedecke auf. Eine lange Sonnenscheindauer in den folgenden Tagen von täglich 10 bis 12 Stunden ließ aber auch diesen Schnee schnell schmelzen.

Die Sonne schien meist für 85 bis 130 Stunden, wobei die nordfriesische Küste die geringste Anzahl an Sonnenstunden verzeichnete. Dort wurde das Soll bis zu 30 % unterschritten, während beispielsweise an der ostfriesischen Küste und an der Wesermündung rund 10 % mehr Sonnenstunden als im Mittel registriert wurden. Besonders lange ließ sich die Sonne vom 18. bis 20. März blicken: täglich für rund 10 bis 12 Stunden.

Gleich zu Märzbeginn wehte stürmischer Wind mit Böen der Stärke 8 bis 10 Bft. Eine zweite stürmische Phase gab es vom 15. bis 18. März, als Böen bis 11 Bft gemessen wurden.

Entlang der Nordfriesischen Küste kam am 1. März in einigen Häfen bis zu 15 cm dickes Eis vor, während an der niedersächsischen Küste gebietsweise dünnes Eis lag. Die Insel Juist war wegen Niedrigwasser und Eisgangs vom Schiffsverkehr abgeschnitten. Aufgrund der kalten Witterung bildete sich in den folgenden Tagen an der Nordseeküste weiteres Neueis. Am 2. März betrug die Eisdicke z.B. zwischen Sylt und Büsum 5 bis 20 cm. Vom 5. bis 7. März trieb im gesamten Wattenmeer örtlich bis zu 20 cm dickes Eis. Dann ging die Eisbedeckung bei milderen Temperaturen zurück.

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