Wetter für Nordfriesland

Klimaberichte

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung Juli 2018

Der Juli 2018, in dem Hochdruckeinfluss dominierte, war in Deutschland der zweitsonnigste Juli seit 1951 und zusammen mit dem des Jahres 2010 der viertwärmste Juli seit 1881. Die bereits seit Wochen anhaltende Trockenheit, vor allem im gesamten Norden und Osten Deutschlands, führte in vielen Gebieten zu einer extremen Dürre mit Ertragseinbußen in der Landwirtschaft sowie zu häufigen Wald- und Wiesenbränden. An den Küsten zeigte sich ein entsprechender Witterungscharakter: zu warm, zu trocken und sehr sonnenscheinreich. Einige dort gelegene Stationen verzeichneten neue Wärmerekorde und/oder Rekorde der maximalen Sonnenscheindauer. An der Nordseeküste fiel gebietsweise so wenig Niederschlag wie noch nie in einem Juli. Besonders markant war eine Hitzewelle in der letzten Monatsdekade, die sich im August fortsetzte. Hochdruckeinfluss sowie die Zufuhr warmer Luftmassen ließen die Temperaturen auf hochsommerliche Werte ansteigen. Während schon in den ersten beiden Monatsdekaden in einigen Gegenden Sommertage (Maximum der Lufttemperatur von 25 °C und mehr) registriert wurden, war dies in der letzten Dekade verbreitet der Fall. Ab dem 24. Juli stiegen die Temperaturen gebietsweise sogar auf Werte von 30 °C und mehr, was als heißer Tag bezeichnet wird. Wenig Abkühlung gab es dabei in den Nächten, in denen die Temperaturen teilweise nicht unter 20°C sanken (Tropennacht). Nennenswerten Niederschlag brachte zum einen ein Tiefdruckgebiet, welches vom 9. bis 11. Juli von Südskandinavien nach Deutschland zog. Zum anderen sorgte die Kaltfront eines Tiefs über den Britischen Inseln mit vorgelagerter Konvergenz am 28. Juli örtlich für Schauer und Gewitter mit Sturmböen, und für eine kurzzeitige Abkühlung.

[Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 18,5 und 20 °C war es um rund 3 K wärmer als im Mittel der Jahre 1961-1990. In den ersten beiden Monatsdekaden stiegen die Temperaturen am Tage meist auf 17 bis 25 °C an. An ein paar Tagen wurde es aber auch wärmer, insbesondere am 17. Juli mit Werten bis knapp 30 °C. Während der Hitzewelle in der letzten Monatsdekade wurde im Küstenraum ab dem 24. Juli fast täglich die 30-Grad-Marke überschritten. Heißester Tag war der 26. Juli mit Höchstwerten bis knapp 35 °C. Zudem gab es in der letzten Juliwoche selbst auf den Inseln Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C sanken. Sommertage (Maximum der Lufttemperatur von 25 °C und mehr) und heiße Tage (Maximum der Lufttemperatur von 30 °C und mehr) traten im Juli deutlich häufiger auf als im vieljährigen Mittel. Mit meist 8 bis 14 Sommertagen gab es vielfach 6 bis 9 Sommertage mehr als erwartet und statt maximal einem heißen Tag wurden bis zu 6 registriert.

Im Juli war es extrem trocken. Verbreitet fielen weniger als 30 mm, gebietsweise sogar weniger als 5 mm Niederschlag im gesamten Monat. Dies entspricht Defiziten von mehr als 65 %, teilweise auch mehr als 90 %. Stationen wie Elpersbüttel, Emden, Helgoland, List/Sylt, Norderney und St. Peter-Ording meldeten neue Minimumrekorde des Monatsniederschlags. Den deutschlandweit geringsten Monatsniederschlag gab es auf Helgoland mit nur 2,2 mm. Besonders ergiebig waren die Niederschläge nur am 28. Juli, wo örtlich 10 bis 20 mm Regen fielen.

Der Juli war ein sehr sonnenscheinreicher Monat. Mit 310 bis 335 Sonnenstunden wurden die Sollwerte um 40 bis 65 % überschritten.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen der Stärke 8 Bft, vereinzelt auch 9 Bft wehte nur selten.

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