Wetter für Nordfriesland

Klimaberichte

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung Mai 2018

Dem deutschlandweit wärmsten April seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen 1881 folgte der wärmste Mai. Ähnlich warm war es zuvor nur im Mai 1889. Zudem brachte es der Mai 2018 auf den dritten Platz der sonnenscheinreichsten Maimonate seit 1951. Auch an den Küsten zeigte sich dieser Witterungscharakter: deutlich zu warm und sehr sonnenscheinreich. Verbreitet wurden dort neue Rekorde der Monatsmitteltemperatur verzeichnet. Einige Stationen meldeten auch neue Temperaturrekorde für Mai, wie Bremerhaven, List/Sylt und St. Peter-Ording. Die monatliche Sonnenscheindauer brach örtlich alte Rekorde aus dem Jahr 2008, so auf Helgoland, Norderney und Sylt wie auch in St. Peter-Ording und Kiel. Ein weiteres war die Trockenheit im Norden Deutschlands, die sich ebenfalls an den Küsten abzeichnete. In den ersten Maitagen war es im Bereich polarer Luftmassen noch relativ kühl. Von Westen her setzte sich zunehmend hoher Luftdruck durch, der sich im Weiteren nach Nordeuropa verlagerte. Das Temperaturniveau stieg an und am 8. Mai gab es die ersten Sommertage (Maximum der Lufttemperatur 25 °C und mehr) des Monats. Am 10. zog der Kern eines Tiefs direkt über Norddeutschland nach Südskandinavien. Dies hatte einen kurzzeitigen Wetterumschwung mit einer deutlichen Abkühlung zur Folge, ein Gruß von den Eisheiligen (11.-15. Mai). Im Bereich der Luftmassengrenze und an einer vorgelagerten Konvergenzlinie kam es örtlich zu ergiebigen Niederschlägen, insbesondere an der Ostseeküste. Auch am 13. Mai gab es vereinzelt unwetterartige Niederschläge, diesmal vor allem an der westlichen Nordseeküste, ausgelöst durch eine Luftmassengrenze, die feuchtwarme Luft im Osten von kühler im Westen trennte. Für den Rest des Monats blieb es meist trocken. Die Küsten standen dabei weitgehend im Einflussbereich eines sich ständig regenerierenden Hochdruckgebietes über Nordeuropa. Gegen Ende des Monats wurde es hochsommerlich. Ein Tief über dem Westen Europas leitete sehr warme Luft nach Deutschland. Ab dem 28. Mai stiegen die Temperaturen an den Küsten bis auf Werte um 31 °C.

[Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 13 und 17,5 °C und lagen somit um 3 bis 5 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Nach einem kühlen Start in den Mai mit Tageshöchsttemperaturen von rund 8 bis 11 °C stieg das Temperaturniveau. Allerdings trat am 4./5. Mai nochmal Frost in Bodennähe auf. Ab dem 5. Mai lagen die Tageshöchstwerte meist über 15 °C, vielfach über 20 °C. Sommertage (Maximum der Lufttemperatur 25 °C und mehr) gab es am 8./9., am 13./14. und ab dem 22. Mai. Während im Mai für gewöhnlich bis zu 2 Sommertage erwartet werden, waren es diesen Monat bis zu 13. Gegen Monatsende verzeichneten einige Regionen sogar ein bis zwei heiße Tage (Maximum der Lufttemperatur 30 °C und mehr) mit Tagesmaxima bis um 31 °C.

Der Mai war sehr trocken. Verbreitet fielen nur bis um 30 mm, was nicht einmal der Hälfte der üblichen Monatsmittel entspricht. Teilweise gab es nur wenige Millimeter Niederschlag und damit weniger als 10 % der Monatsmittel. Mehrere Stationen (z.B. Bremerhaven, Cuxhaven, Elpersbüttel, St. Peter-Ording) verzeichneten den trockensten Mai seit Aufzeichnungsbeginn. Nur im westlichen Ostfriesland fiel mehr Regen, so dass örtlich die Sollwerte erreicht wurden.

In diesem sehr sonnenscheinreichen Mai wurden verbreitet zwischen 310 und 390 Sonnenstunden registriert. Die Sollwerte wurden damit um 45 bis 65 % überschritten.

Stürmischer Wind mit Böen der Stärke 8 bis 10 Bft wehte vor allem am 1. Mai. Anschließend wurden nur noch vereinzelt Böen der Stärke 8 Bft gemeldet.

 

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