Nordseeküstenbericht

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung Februar 2020

Der Februar 2020 war deutschlandweit der zweitwärmste und zweitnasseste Februar seit 1881, was sich auch an den Küsten widerspiegelte. Dort war es um 4 bis 6 K wärmer als im Referenzzeitraum 1961-1990. Verbreitet fiel mehr als das Doppelte, gebietsweise sogar über das Vierfache der sonst üblichen Niederschlagsmengen. Einige Küstenstationen verzeichneten ihren niederschlagsreichsten Februar seit Beginn der Aufzeichnungen. Dazu trug eine Reihe kräftiger Tiefdruckgebiete bei, die vom Atlantik über den Norden Europas zogen. Sie sorgten zudem für stürmisches Wetter und mehrere Sturmfluten (https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Wasserstand_und_Gezeiten/Sturmfluten/sturmfluten_node.html). Anfang Februar setzte sich das wechselhafte und windige Wetter von Ende Januar fort. Mit südwestlicher Strömung wurden zunächst sehr milde Luftmassen herangeführt, so dass die Temperaturen am 1. Februar an den Küsten vielfach in den zweistelligen Bereich stiegen. Anschließend sank das Temperaturniveau aber wieder etwas. Ab dem 4. Februar setzte sich von Westen her Hochdruckeinfluss durch, was für Wetterberuhigung sorgte. Mit Winden aus nördlichen Richtungen und einem hohen Füllungsgrad der Ostsee gab es dort am 5. Februar eine leichte Sturmflut. Als das wetterbestimmende Hoch nach Osten wanderte, machte es den Weg für Orkantief SABINE frei, welches am 9./10. Februar unter Intensivierung vom Nordostatlantik über Schottland nach Norwegen zog. Die von SABINE herangeführten sehr milden Luftmassen ließen die Temperaturen am 9. Februar erneut bis auf Werte im zweistelligen Bereich steigen. Zwischen Nord- und Südeuropa ergaben sich Luftdruckunterschiede von etwa 80 hPa, woraus eine über mehrere Tage andauernde Sturmlage resultierte. Vom 9. bis 12. Februar traten an den Küsten Böen bis Orkanstärke auf und gebietsweise fielen ergiebige Niederschläge. An der Nordsee gab es vom 10. bis 12. Februar fünf teils schwere Sturmfluten. Am 16. Februar griffen dann die Ausläufer des Orkantiefs VICTORIA bei Island auf Deutschland über. Abermals wurden sehr milde Luftmassen herangeführt. Zahlreiche Stationen in Deutschland (darunter auch Küstenstationen) meldeten am 16. Februar Tageshöchsttemperaturen von 15 °C und mehr. VICTORIA brachte außerdem weitere stürmische Tage und ergiebige Niederschläge. Tiefdruckeinfluss bestimmte auch bis zum Monatsende das Wetter. Es blieb unbeständig und an den meisten Tagen stürmisch mit Böen bis Stärke 11 Bft, die teilweise in Verbindung mit Kaltfrontpassagen auftraten. Der Monat endete im Einflussbereich von Tief CHARLOTTE mit Kern bei den Britischen Inseln stürmisch, insbesondere an der Nordsee. Bei Zufuhr milder Luftmassen wurden zum wiederholten Mal in diesem Monat Temperaturen über 10 °C verzeichnet.

Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Bei Monatsmitteltemperaturen von 5,5 bis 6,5 °C war es um 4,5 bis 5,5 K wärmer als im Mittel. Tagsüber stiegen die Temperaturen meist auf über 5 °C an. Zweistellige Temperaturen wurden am 1., 9., 15./16. und 29. Februar verzeichnet. Am wärmsten Tag des Monats, dem 16. Februar, erreichten die Tageshöchsttemperaturen verbreitet rund 10 bis 15 °C. Selbst die Tiefstwerte lagen in der Nacht zum 16. Februar gebietsweise bei Werten um 10 °C. Die extrem milde Februarwitterung zeigte sich deutlich an der Zahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C) und Eistage (Maximum der Lufttemperatur unter 0 °C). Während im Mittel 11 bis 16 Frosttage und 4 bis 6 Eistage auftreten, waren es in diesem Monat maximal ein Frosttag und kein Eistag.
 Die Monatsniederschläge bewegten sich zwischen 95 und 170 mm. Das entsprach mehr als dem Doppelten des üblichen Monatsniederschlags, örtlich sogar mehr als dem 4-fachen. Besonders ergiebig waren die Tagesniederschläge am 9., 16., 24. und 28. Februar, die vielfach zwischen 10 und 25 mm lagen.
 Die Sonne schien verbreitet nur 40 bis 55 Stunden. Damit wurden die Sollwerte um bis zu 45 % unterschritten.
 Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat im Februar fast täglich auf. Zu den stürmischsten Tagen zählen der 9. bis 12. Februar, als sich Deutschland im Einflussbereich von Orkantief SABINE befand. Hier gab es Böen bis Orkanstärke (12 Bft). Aber auch in der zweiten Monatshälfte wurden noch mehrfach Böen bis 11 Bft registriert.


auszugsweise Abschrift - Text nicht verändert - Aktualisierung jeweils ab 05. d. Folgemonats